Die Grundsteinlegung
Freudentag
für die Bewohner des Klarabezirkes, so bezeichnete
Pfarrer
Jakob Baers von der St. Vincentiusgemeinde den Tag der Grundsteinlegung
für unsere St. Jakobuskirche.
Am 5.
März 1953 wurde der erste Spatenstich gesetzt, am 26.
Juli 1953 der Grundstein für die Pfarrkirche, das
Pfarrhaus und den Kindergarten gelegt und bereits am 28. Oktober
1953 wurde Richtfest gefeiert.
Als
schönster Lohn wurde die freiwillige Arbeit vieler Helfer
bezeichnet.
Das Kirchengebäude in Zahlen
Die
Kirche hat eine Gesamtlänge von 35,32 m und eine Breite von
13,64
m. Das Kirchenschiff ist 18,76 m lang und 12,80 m breit. Die Höhe
der Kirche beträgt bis zum Gesims 8,45 m, bis zum First 12,35
m.
Im
Kirchenschiff befinden sich 280 Sitzplätze.
Die
aus Marmor bestehende Altarplatte hat eine Größe von
2,70
m x 1,30 m, ist 31 cm stark und hat ein Gewicht von 3.000 kg
(60
Zentner).
Der
Turm hat eine Grundfläche von 5,70 x 5,70 m und eine Höhe von
22,40 m. Der in Kupfer getriebene Hahn ist in seinen äußeren
Abmessungen 50 cm x 50 cm groß.
Kirchweihe
Am 9.
und 10. Oktober 1954 wurde die Kirche dem Hl. Jakobus dem
Älteren geweiht. Die Namensgebung erfolgte auf Wunsch der
Bevölkerung nach dem Vornamen des Pfarrers Jakob Baers.
Unsere
St. Jakobuskirche ist eine Tochterkirche von St. Vincentius. Weil der
Kirchenraum von St. Vincentius schon seit der Jahrhundertwende nicht
mehr ausreichte, um der durch die Industrialisierung wachsenden Zahl
der Gläubigen zu entsprechen, wurde in den Vororten und
Außenbezirken zunächst in Oberlohberg, dann in Lohberg eine
Kirche gebaut. Aufgrund der zunehmenden Bautätigkeit zwischen den
Kirchen St. Vincentius und St. Marien wurde dem Drängen vieler
Bewohner nachgegeben, eine Kirche im Klarabezirk zu bauen. Kaplan
Wethmar, dem die seelsorgliche Betreuung unseres Bezirkes
übertragen war, hat entscheidend dazu beigetragen, daß am 4.
Januar 1952 in der Sitzung des Kirchenvorstandes der Bau einer Kirche
mit Pfarrhaus, Kindergarten und Jugendraum beschlossen wurde. Nach der
Versetzung von Kaplan Wethmar setzte Kaplan Beckmann das Engagement
für das Bauwerk fort. Zu
Ostern 1954 wurde Rektor Magnus Kunze zum Seelsorger des St.
Jakobusbezirkes ernannt und mit der Vollendung der Bauwerke
beauftragt.
St. Jakobus wird eine
Pfarrei
Am 10.
Juni 1955 wurde die Erhebung des Seelsorgbezirkes zur Pfarrei
beurkundet und am 19. Juli 1955 durch das Bischöfliche
Generalvikariat Münster schriftlich mitgeteilt. Die Erhebung
zur Pfarrei trat
zum 01. August 1955 in Kraft.
Erster
Pfarrer wurde Rektor Magnus Kunze. Im September 1958
wurde Dr. Bernhard Bussmann zum Pfarrer in St. Jakobus ernannt.
Ihm folgte im Jahr 1968 Pfarrer Paul Wilhelm Zeitler. Von September
1993 bis Februar 2001 war Ulrich Laws
Pfarrer in St. Jakobus. Am 19. August 2001 wurde Gregor
Wolters in sein Amt als Pfarrer von St. Jakobus eingeführt.
Eine Gemeinde
wächst
In
den über vierzig Jahren kirchlichen Lebens in St. Jakobus
verdoppelte sich die Zahl der Gemeindemitglieder auf fast 5.000
Personen. Vielfältige Gruppen bildeten sich, um das Leben im
Glauben zu deuten und zu gestalten.
Eine
Kinderlesestube mit einer Bücherei wurde 1960
gebaut, der Bau des Pfarrheims wurde 1968 fertiggestellt
und die Eröffnung des Kindergartens am
Baßfeldshof fand 1975 statt.
Im
Jahre 1995 wurde unsere bisherige Lesestube renoviert und
umgewandelt in einen Sitzungsraum, der von unseren Gremien und
Gruppen bis zu zwanzig Personen genutzt wird. 1996 folgte die Neugestaltung
des Eingangsbereiches zu unserem Pfarrheim, um das Pfarrheim
vom Kirchplatz aus begehen zu können und um unsere kirchlichen
Gebäude deutlicher als eine Einheit im Sinne eines Pfarrzentrums
erscheinen zu lassen.
Im Gebäude
an der Theresienstraße 2 waren bis zum Jahr 2000 ein
Kindergarten und das Jugendheim der Pfarrgemeinde. Heute wird der
Kindergarten in der Trägerschaft des Caritasverbandes im Dekanat
Dinslaken weitergeführt und es besteht ein Angebot für Kinder
unter drei Jahren sowie für Schulkinder. Die Kleiderkammer der
Pfarrcaritas befindet sich im
Untergeschoss des Hauses Theresienstraße 2. Die Jugendräume
sind heute im Untergeschoss des Pfarrheimes.
Viele
Familien mit Kindern, Jugendliche und unsere älteren
Gemeindemitgliedern begegnen sich in unserem Pfarrzentrum und
prägen durch ihre Gemeinschaften das pfarrliche Leben.
Unser Pfarrpatron
Am
25. Juli feiern wir das Fest des Hl. Jakobus. Der Hl. Jakobus der
Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome.
Sein Bruder war Johannes, der spätere Evangelist. Jakobus und
Johannes erhielten von Jesus den Beinamen "Donnersöhne", weil sie
als furchtlos galten und einen energisch impulsiven Charakter hatten.
Jakobus gilt als treuer Zeuge und Weggefährte Jesu. Er war bei der
Verklärung Jesu mit auf dem Berg Tabor und in
der Nacht vor dem Tode Jesu auf dem Ölberg.
In
der Zeit des Königs Herodes Agrippa muß Jakobus eine
bedeutende Stellung als Verkünder des Evangeliums in Jerusalem
gehabt haben. Noch vor Petrus, bezeugt die Apostelgeschichte, ist
Jakobus verhaftet und Ostern 44 durch das Schwert hingerichtet
worden.
Auf
Darstellungen ist der Hl. Jakobus mit dem Schwert als Kreuz, Waffe und
Pilgerstab zu
sehen. In unserer Kirche ist er auf einem alten Altarbild und auf einem
Steinrelief hinten in der Kirche mit Schwert und Buch dargestellt.
Der
Hl. Jakobus der Ältere ist der erste Märtyrer der Apostel.
Den Namen "der Ältere" trägt er im Unterschied zum Jakobus
dem Jüngeren, der später berufen wurde.
Der
Legende folgend hat Jakobus der Ältere in Spanien das Evangelium
verkündet. Auf der Flucht vor den Arabern ist sein Grab im 7.
Jahrhundert nach Santiago de Compostela (Nordspanien)
überführt worden. Seine Grabstätte wurde zum
größten Wallfahrtsort des Mittelalters, zu dem die
Pilger aus allen Ländern der Erde kamen.
Die Orgel
Im
Jahre 1957 erhielt unsere Kirchengemeinde eine kleine 10-registrige
Orgel. Diese Orgel, die eher als ein Provisorium gedacht war, war
für den Gottesdienstraum viel zu klein. Im Jahr 1985 kam
es zu ersten Gesprächen zwischen den zuständigen Gremien der
Kirchengemeinde, verschiedenen Orgelbaufirmen und dem
Sachverständigen für Kirchenmusik im Bischöflichen
Generalvikariat Münster. Die zuständigen Gremien entschieden
sich, die neue Orgel auf der Empore zu errichten. Dabei war
maßgeblich, die Rosette in der Westmauer vom Kirchenschiff aus
sichtbar zu erhalten. Dementsprechend erfolgte nun die Anordnung der
einzelnen Werke: das Hauptwerk rechts, das Pedalwerk links neben der
Rosette, vorn in der Mitte der Brüstung das Rückpositiv und
dahinter der freistehende Spieltisch. Die 1.652 Pfeifen stehen in
geschlossenen, aus Kiefer gearbeiteten Gehäusen. Das
Rückpositiv hat hinter den in der Front stehenden Pfeifen
bewegliche Jalousien, die sich vom Spieltisch aus mittels Tritt
öffnen bzw. schließen lassen. Mit dieser Einrichtung ist es
möglich, eine Vielzahl von Klangeffekten von sehr laut bis sehr
leise zu erzielen.
Die
Disposition der Orgel mit 26 Registern wurde in
Zusammenarbeit mit dem Sachverständigen des Bischöflichen
Generalvikariates Münster und der Kirchengemeinde entworfen und in
ihrer Konzeption so ausgestaltet, daß sie der Vielfalt der
gottesdienstlichen Feiern gerecht wird.
Hauptwerk
Manual II
1.
Bordun 16'
2.
Prinzipal 8'
3.
Salicional 8'
4.
Rohrflöte 8'
5.
Oktave 4'
6.
Gedacktflöte 4'
7.
Quinte 2 2/3'
8.
Prinzipal 2'
9.
Mixtur 4-6fach 1 1/3'
10.
Trompete 8'
Tremulant |
Rückpositiv im
Schweller
Manual I
11.
Gedackt 8'
12.
Gamba 8'
13.
Schwebung 8'
14.
Prinzipal 4'
15.
Blockflöte 4'
16.
Waldflöte 2'
17.
Sesquialtera 2fach
18.
Oktävlein 1'
19.
Krummhorn 8'
Tremulant |
Pedalwerk
20. Subbass 16'
21.
Oktavbass 4'
22.
Gedacktbass 8'
23.
Choralbass 8'
24.
Hintersatz 4fach 2 2/3'
25.
Posaune 16'
26.
Trompetenbass 8'
|
Die
Orgel hat mechanische Spiel- und elektrische Registertrakur. Die 1.652
Pfeifen sind bis auf die 146 aus Mahagoniholz hergestellten aus einer
Zinn-/Bleilegierung (zwischen 30 und 75% Zinnanteilen) gefertigt
worden. Die größten von ihnen sind vorne im Prospekt der
Orgel sichtbar.
Am
Sonntag, 20. Dezember 1987 (4. Advent), fand die Orgelweihe
statt.
Die Glocken
Am
17. Sepember 1955 werden in einem festlichen Zug die beiden ersten Glocken
zur Kirche geleitet und werden am 18. September geweiht. Die Marienglocke
hat den Ton G', ein Gewicht von 560 kg und einen Durchmesser von 99 cm.
Die Inschrift lautet: Ave Maria! Dich als Mutterr zeige jetzt und in
der
Todesstunde. St. Jakobus, Dinslaken, gegossen 1955.
Die Schutzengelglocke
hat den Ton H', ein Gewicht von 270 kg und einem Durchmesser von 78 cm.
Die Inschrift lautet: Engel Gottes, ihr Boten göttlicher Liebe,
erleuchtet, beschützt, leitet und regieret uns. St. Jakobus,
Dinslaken, gegossen 1955. Die Glocken wurden in der
Glockengießerei der Firma Feldmann/Marschel in Münster
gegossen.
Am
27. September 1991 erfolgte der Guß bei der Firma Petit und Gebr.
Edelbrock in Gescher bei Coesfeld, die Anlieferung am 05. Oktober 1991,
die Weihe am 06. Oktober 1991 und die Montage am 07./08.
Oktober 1991 für die beiden Glocken St. Jakobus des
Älteren mit dem Ton E', einem Gewicht von 1060 kg, 121 cm
Durchmesser und St. Paulus mit dem Ton A', einem Gewicht
von 430 kg, 90 cm Durchmesser.
Sakrale Kunst
Die Marienstatue
wurde vom Bildhauer Heinz Gerd Bücker aus Vellern bei Beckum
fertiggestellt und am 8. Juli 1955 in der Kirche
aufgestellt.
Am 12.
Dezember 1976 wurden die von der Künstlerin Hildegard Bienen
aus Marienthal geschaffenen
14
Kreuzwegstationen geweiht. Die einzelnen Stationen sind in Form
eines Bronzegusses hergestellt worden.
Im Oktober1991
wurde die 15. Kreuzwegstation fertiggestellt. Hildegard Bienen
konnte diese Station aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr schaffen. Das
Relief
aus Bronze im Format 1 m x 1 m stammte vom Bocholter Kunsterzieher
Winfried
Siedlaczek.
Keine
Angaben liegen vor über das Steinrelief mit der Darstellung des Hl.
Jakobus des Älteren, über das Bild der Immerwährenden
Hilfe, über die Holzfigur mit der Darstellung des Hl.
Antonius und dem Altarbild mit den Darstellungen des Hl. Jakobus
und der Hl. Barbara.
Unsere
Monstranz, über deren Herkunft es keine
Auskunft gibt, ist laut Gutachten ca. 100 Jahre alt,
handwerklich sehr schön gearbeitet und mit seltenen Emailarbeiten,
Gravuren und Steinen ausgestattet.
Am Gründonnerstag,
04. April 1996, wurden die Bronzereliefs an unserem Tabernakel
und unserem Ambo gesegnet.
Auf
der Vorderseite des Tabernakels ist die Szene dargestellt, in der Jesus
das Brot für seine Freunde bricht und das allen Menschen gereicht
wird. Es erinnert an die Einsetzung der Eucharistie am
Gründonnerstag und das Brotbrechen, bei dem die Emmausjünger
den Auferstandenen erkennen. Zu diesem Bild korresponidert auf der
rückwärigen Seite das Motiv der Hochzeit zu Kana.
Die
Türseite ist geprägt von der wunderbaren Brotvermehrung und
dazu ist auf der rückwärigen Seite der Mannasegen in der
Wüste dargestellt.
Der
Ambo stellt das Pfingstereignis dar. Unser Pfarrpatron, der Hl.
Jakobus, tritt zusammen mit Petrus aus der ängstlichen
Gemeinschaft der Freunde Jesu heraus. Mutig und unerschro cken verkünden sie das Wort
Gottes.
Die
Bronzereliefs wurden vom Bildhauer Winfried Siedlaczek geschaffen und
sind in der Glocken- und Kunstgießerei Petit und Edelbrock in
Gescher bei Coesfeld gegossen worden. Die Stele des Tabernakels und der
Ambo sind aus Kernstein, dem
gleichen Material, aus dem unser Altar ist. Die Steinmetzarbeiten sind
von
der Firma Lorei in Bocholt ausgeführt worden.
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